FCI
FCI-Standard Nr. 345: Jack Russell Terrier
Übersetzung: Elke Peper

Allgemeines Erscheinungsbild: Der Jack Russell ist ein kleiner Terrier, der in Fuchsbauten eindringen können muss; er muss also so gebaut sein, dass er sich im Bau problemlos bewegen kann und so biegsam sein, dass er sich dort sogar umdrehen kann. Der Standard fordert einen "kräftigen, lebhaften und geschmeidigen Arbeitsterrier". Das entscheidende Wort ist hier "geschmeidig" - eine Grundforderung an jeden zur Jagd eingesetzten Terrier, der einschliefen und den Fuchs sprengen können soll. Verhalten/Charakter (Wesen) Ein wichtiges Rassemerkmal - wie bei fast allen Terrierrassen auch, ist der aufgeweckte "durchdringende, intelligente Ausdruck" des Jack Russell Terriers, der ihn ebenso prägt wie seine flinken, kraftvollen Bewegungen und sein typisches Wesen. Er erweckt den Eindruck eifrigen Tatendrangs und ständiger "Einsatzbereitschaft". Keinesfalls darf die Aussage "kühn und furchtlos" als "aggressiv" interpretiert werden! Der Jack Russell muss echte Terriereigenschaften zeigen, er muss stets freundlich und selbstbewusst sein. Er darf keinerlei Anzeichen von Scheu, Nervosität oder Aggressivität zeigen. Sein angenehmes Wesen und sicheres Verhalten gehörten von jeher zu seinen besonderen Vorzügen. Die Jack Russells haben eine bemerkenswerte Persönlichkeit und eine sehr angenehme Veranlagung und sind dabei für ihre Größe bemerkenswert mutig. Sie lassen sich äußerst gerne anfassen und streicheln und lieben es, mit Kindern zu spielen und zu toben .Kopf: Der Schädel sollte flach und mäßig breit sein - nicht gewölbt oder gar apfelförmig. Das Vorgesicht ist breit ohne jegliche Tendenz, spitz und schwach zu sein . Die Backenmuskulatur ist gut entwickelt. Der Stop ist keinesfalls zu stark betont, darf aber auch nicht zu flach sein. Die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Vorgesicht verlaufen parallel. Die Nase muss schwarz sein.

Kiefer/Zähne: Wie bei allen Jagdterriern so ist auch beim Jack Russell Terrier ein vollständiges Gebiss mit Scherenschluss erwünscht. Einige Arbeitshunde haben unfallbedingt abgebrochene oder fehlende Schneidezähne. In einem nachgewiesenen Fall dieser Art sollte ein solcher Mangel nicht bestraft werden - immer vorrausgesetzt, dass der Gebissschluss korrekt ist . Die Kiefer sind kräftig, die schwarz pigmentierten Lefzen sind straff.Augen:
Sowohl helle als auch runde, volle oder dreieckige Augen würden den geforderten Ausdruck beeinträchtigen. "Mandelförmige" Augen mit dunklen, straffen Lidrändern sind korrekt. Bei jungen Hunden mit weißem Gesicht geschieht die Pigmenteinlagerung oft recht langsam. Manchmal bleibt sie ganz aus. Dies ist entsprechend zu bewerten, denn gut pigmentierte Lidränder und eine schwarze Nase sind im Standard gefordert .
Ohren:
Eine "gute Textur" hat das Ohrleder, wenn es sich weich und fein anfühlt, nicht schwer und grob. Beim "Knopfohr" ist das Ohr etwas über der Schädeldecke nach vorne gekippt, wobei die Ohröffnung bedeckt ist und die Spitze mehr oder weniger in Richtung des Auges dicht am Schädel anliegt. Das Hängeohr beim Jack Russell ist am Ansatz - also in Höhe der Schädeldecke - gekippt und muss ebenfalls dicht anliegen. Keinesfalls dürfen sie wie Jagdhundohren groß, schwer und tief angesetzt sein. Knopf- und Hängeohren sind gleichermaßen korrekt . Die Ohren dürfen keinesfalls aufgerichtet sein; sie liegen dicht am Schädel an und müssen - als Schutz bei der Bauarbeit - die Ohröffnungen bedecken. Die Beweglichkeit der Ohren unterstreicht den Ausdruck und die Wesensmerkmale.

Hals: Der Hals ist zu den Schultern hin breiter und muss kräftig umrissen sein. Eine gute Länge und Stärke sind von grundlegender Bedeutung bei einem Arbeitsterrier. Die Nackenlinie formt in Verbindung mit einem kräftigen Widerrist einen harmonischen Übergang zur Rückenlinie. Keinesfalls sollte man einen schweren, stämmigen Hals mit dem korrekten, muskulösen verwechseln. Der Hals sollte athletisch, kraftvoll und robust sein und harmonisch zum Gesamtbild passen. Eine gute Kopfhaltung hängt entscheidend von einem korrekten Hals ab.
Vorderhand:
Die Schultern sind "gut zurückliegend, nicht mit Muskeln überladen". Die Vorderläufe haben " gerade Knochen von den Ellenbogen bis zu den Zehen, sowohl von vorne als auch von der Seite gesehen". Es ist züchterisch besonders darauf zu achten, dass die schräg zurückliegenden Schulterblatt und die langen, gut zurückliegenden Oberarme erhalten bleiben, so dass die Ellenbogen deutlich unter dem Körper platziert sind und die Brustbeinspitze sich klar erkennbar vor den Schulterblättern und dem Buggelenk befindet (eine Front , wie sie z.B. bei Foxterriern üblich ist, wäre demnach beim Jack Russell fehlerhaft).
Hinterhand:
Die Hinterhand ist kräftig und sorgt in der Bewegung für guten Schub. Ein- oder beidseitiges unkoordiniertes "Hoppeln" oder "Hüpfen" deutet auf eine mehr oder weniger ausgeprägte Patella-Luxation hin. Von hinten gesehen sollten die Läufe parallel stehen, harmonisch zur Schulter passend.
Körper:
"Brust eher tief als breit, so dass der Brustkorb hinter den Ellenbogen mit zwei Händen umspannt werden kann". Dies ist ein grundlegendes Rassemerkmal. Man sollte am besten versuchen, seine eigenen "Handmaße" herauszufinden, um ungefähr einschätzen zu können, ob der Brustkorbumfang eines Jack Russels, wie gefordert, 40 bis 43 cm beträgt. Zur Ausgewogenheit des Gebäudes gehört es, dass der Brustkorb 50 % der Widerristhöhe beträgt, das heißt, die Läufe sind so lang wie der Brustkorb tief ist. Die Entfernung vom Widerrist zum Rutenansatz übertrifft geringfügig die Widerristhöhe, der Jack Russell ist also von ausgesprochen rechteckigem Format. Dennoch muss die Lendenpartie kurz, stark und tief bemuskelt sein (also nicht deutlich aufgezogen).Rute:
Die Rute "darf in der Ruhe herabhängen"; viele Terrier lassen die Rute hängen, wenn sie im Stand zur Ruhe kommen - dies ist KEIN Zeichen für schlechtes Terriertemperament ! "Wenn kupiert , reicht die Rutenspitze bis zur Höhe der Ohren " - damit ist die Rute nämlich noch lang genug, um den festen Zugriff mit der Hand zu ermöglichen. Der Standard erlaubt nur die unkupierte Rute. Die Rute sollte aufrecht - nicht über den Rücken gerollt - getragen werden.

Pfoten: Rund bedeutet - wie bei den Pfoten einer Katze - kurz, rund und geschlossen . Die Pfoten sollten kräftig und kompakt sein und weder auswärts noch einwärts gestellt werden; der Vordermittelfuß darf nicht weich sein.

Gangwerk/Bewegung: Das Gangwerk und die Bewegungen sind der entscheidende Nachweis für einen korrekten Körperbau. Der Jack Russell sollte ein elastisches, schwungvolles Gangwerk mit gutem Schub und viel Raumgriff haben bei aufrechter Haltung . Die Hintermittelfüße bewegen sich parallel zu einander. Die Hinterpfoten haben dabei den gleichen Abstand wie die Ellenbogen. Hoppeln , Probleme mit der Patella, enge Hinterhandbewegung , Hackney - Laufen oder Steppen in der Vorderhand sind zu bestrafende Bewegungsfehler

Haarkleid:
Glatthaarig: Dichtes, gut anliegendes Glatthaar, ohne Bart und Augenbrauen . Rauhaarig: Dichtes, hartes Haar - nicht wollig oder seidig. Stichelhaarig: Kürzer als das Rauhaar, eher dem Glatthaar ähnelnd, jedoch mit längerem Bart und Augenbrauen; es ist nicht zu verwechseln mit Rauhaar, das nicht in Kondition ist ! Keine dieser harten Haararten ist zu bevorzugen. Für alle gilt: Das Haar muss ausgesprochen wetterfest sein und einen Schutz bei der Arbeit z.B. im Gestrüpp bilden. " Das Haar sollte nicht verändert (gerupft) werden..." bezieht sich vor allem auf die rauhaarige Variante: Rauhaar sollte nicht zu stark ab- oder ausgetrimmt werden, um es stichelhaarig aussehen zu lassen . In diesem Fall ist das Körperhaar üblicherweise viel zu dünn, mit manchmal sogar durchscheinender Haut und bildet keine Schutz mehr.

Farbe: Die Betonung liegt auf "Weiß MUSS vorherrschen...". Auch dreifarbige Hunde (also Weiß mit Schwarz und Loh oder Braun) sind zulässig.Das Braun kann alle Schattierungen von Lemon bis hin zu Mahagoni haben .
Größe und Gewicht:Das Verhältnis von der Widerristhöhe zum erwünschten Gewicht weist auf einen eher leicht gebauten Hund hin, wobei Rüden überwiegend an der oberen Grenze sind. Sowohl ein zu leichter Hund als auch ein zu schwer gebauter Hund können nicht die gewünschte Ausgewogenheit besitzen. Ein Jack Russell mit einer Widerristhöhe über 30 cm nähert sich der Widerristhöhe von Fox- oder Parson Jack Russell Terrier. Ein Hund unter 25 cm ist definitiv zu klein .

Die Seite wurde am 07.12.2012 erstellt.

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